
Memmingen - 13.05.2008: Die Schüler der dritten und vierten Klassen staunten nicht schlecht als am Mittwoch ein brandneuer leuchtend roter Sattelschlepper in ihrem Schulhof stand. Im Unterricht der Vortage wurde den Schülern anhand umfangreicher - von Round Table zur Verfügung gestellter - Lehrmaterialien die Gefahr des Toten Winkels erläutert.
Ehrensache war es für Peter Groll, Klaus Liepert, Marcus Pöppel, Christian Vad und Roland Veh diese Gefahren an einem echten LKW zu verdeutlichen. Die Bereiche des Toten Winkels wurden durch Absperrbänder markiert und mit Kindern gefüllt. Die Schüler konnten kaum glauben, dass sie in diesem großen Bereich überhaupt nicht gesehen werden können. Schätzungen, wie viele Schüler von dem Fahrer gesehen werden können, gingen von „keiner“ bis hin zu „ die letzten 4 Reihen“ (12 Schüler).
In einem nächsten Schritt durfte sich jeder Schüler auf den Fahrersitz des LKWs setzen und selbst ausprobieren, wie viele seiner Klassenkameraden sichtbar sind. „Da ist ja gar keiner“ waren die meisten sehr überrascht.
Erst nach diesem praktischen Versuch wurde den Schülern richtig klar, dass die LKW-Fahrer sie im Toten Winkel wirklich nicht sehen können. Im Anschluss erklärten die Mitglieder von Round Table Memmingen den Klassen, wie sie die Gefahren des Toten Winkels vermeiden können:
» Immer den Blickkontakt zum Fahrer suchen
» Größeren seitlichen Abstand zum LKW halten
» Vorsichtshalber umdrehen, ob nicht doch ein LKW von hinten kommt
Damit das Gelernte nicht in Vergessenheit gerät, bekam jedes Kind ein Papp-LKW-Führerhaus. Der Blick des Kindes durch diesen Pappaufsteller vermittelt einen ähnlichen Eindruck wie aus einem Lkw. Durch die Fenster des Führerhauses können Freunde und Geschwister im Kleinen die Gefahren des Toten Winkels erkennen. „Uns ist es wichtig, dass Gelerntes daheim weitergeben wird und wir dadurch mehr Kinder erreichen können“ erläutert Marcus Pöppel, Präsident von Round Table Memmingen.
Jährlich verunglücken viel zu viele Kinder im Straßenverkehr tödlich. Bei 4 von 6 Unfällen werden sie von rechts abbiegenden LKW überfahren. Deutschlandweit wurden bereits über 37.000 Kinder mit diesem Projekt erreicht. Zielgruppe sind die 3. und 4. Klassen der Grundschulen. Sie haben entweder gerade die „Fahrradprüfung“ abgelegt oder stehen kurz davor. Nach erfolgreicher Fahrradprüfung dürfen die Schüler mit dem Fahrrad zur Schule fahren und sind als Verkehrsneulinge ganz besonders gefährdet.
Round Table Memmingen hat bereits im November 2008 einen gemeinsamen Aktionstag an Grundschulen in der Umgebung organisiert. Dieser Tag, an dem 1000 Schüler erreicht werden sollten, fiel leider einem angekündigten plötzlichen Wintereinbruch zum Opfer. Die Schulen blieben geschlossen. „Umso mehr freut es uns, dass wir nun bei Bilderbuchwetter die ersten Schüler ausbilden konnten“ berichtet Pöppel. Besonderer Dank gilt dabei der Bauunternehmung Kutter und dem Technischen Hilfswerk Memmingen die einen LKW und Absperrmaterialien zur Verfügung stellten und so den Aktionstag erst möglich machten.
Round Table sucht auch den Kontakt zu weiteren Grundschulen um noch mehr Schüler erreichen zu können. Die Aktionen sollen auch in den folgenden Schuljahren wiederholt werden um auch die Verkehrsneulinge der nächsten Jahre auszubilden. Deutschlandweit sollen so über die Jahre weit mehr als 100.000 Kinder erreicht werden.
Buxheim - 26.05.2008: Den Kindern der 3. und 4. Klasse der Buxheimer Volksschule wurden die Gefahren des toten Winkels anschaulich nähergebracht. Eine ausführliche Schilderung zur Umsetzung des nationalen Serviceprojekts finden Sie im vorherigen Abschnitt. Team Buxheim: Michael Vonier, Peter Baur, Klaus Liepert und Georg Neumann.